Wer wir sind

Deutschland im Dornröschenschlaf

Ja, damit hätten wir noch vor wenigen Monaten nicht gerechnet: Dass eine Flüchtlingsflut zu uns hinüberschwappt, deren Ausmaß wir überhaupt nicht überblicken und schon gar nicht, wie wir sie bewältigen können. Merkwürdig. Sehr merkwürdig. Denn schon seit den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts klingt uns „Festung Europa?“ in den Ohren. Seit über 30 Jahren (wohlwollend gerechnet!) hätten wir uns darauf vorbereiten können, dass Flüchtlinge – Menschen! – den Schutz demokratischer Staaten vor Krieg und Gräueltaten suchen. Hätten, weil vorbereitet, ausländerfeindliche Übergriffe minimieren oder sogar verhindern können. Hätten etwas dafür tun können, dass Integration gelingt. Hätten, hätten, hätten ...

Ach, hätte ich damals doch ...

Und nun ein Blick in die nahe Zukunft. Nicht 30, sondern nur 15 Jahre weiter, sagen wir mal in das Jahr 2030: Hätten wir uns doch beizeiten, damals, 2015, als es noch Zeit war und man hätte steuern können, darum gekümmert, im Pflegefall (ja, ja, das mögen wir uns alle nicht vorstellen) gut versorgt zu sein! So, wie wir gern unser Leben beschließen würden, wenn wir denn einmal darüber nachdenken würden. Klar. Jeder hat da andere Vorstellungen. Aber dann sind sie doch nicht so verschieden: Die meisten von uns wollen zu Hause bleiben, wollen nicht allein gelassen und einsam sein, wollen, so lange es geht, irgendwie dazugehören, auch dann, wenn sie nicht mehr so können wie früher, wollen liebevoll aufgenommen sein in einer Gemeinschaft, die sich kümmert. 

Und vor allem wollen die meisten von uns sich nicht mit diesem Thema beschäftigen. 

„Da kümmern wir uns dann drum, wenn es so weit ist“, hört man immer wieder. Träumt weiter! Als wäre das so einfach! Pflegebedürftig sein heißt ja gerade, sich nicht mehr kümmern zu können. Akzeptieren müssen, was da ist. Beziehungsweise was nicht da ist. Was fehlt. Geld für eine menschenwürdige Pflege zum Beispiel. Wer hält sich schon gern konkret vor Augen, dass die gesetzliche Pflegeversicherung selbst in Härtefällen nur rd. 1900€ monatlich zahlt, während ein Platz in einer professionellen Pflegeeinrichtung 3.000€ und mehr im Monat beträgt. Den Rest muss man selbst aufbringen. Oder die eigenen Kinder. Irgendwie.

Irgendwie??? So sehr viele Möglichkeiten gibt es nicht. Aber die sind gut! Und am allerwirksamsten in der Kombination: private Vorsorge für den Pflegefall plus gemeinschaftliche Wohnformen, die Pflege-tauglich sind. Mit beidem kann man – sollte man! –  heute schon anfangen: eine private Pflege-Vorsorge liegt bei ein paar Euro im Monat und Formen des Zusammenlebens, die auch bei Pflegebedürftigkeit tragen, gilt es, für sich zu finden.

Heute.

Aufschieben hilft ja nicht. Im Gegenteil: Aufschieben schafft genau die Probleme, vor denen wir uns fürchten. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen. Und in ein paar Jahren sagen: „Davon habe ich nichts gewusst und hätte ich doch damals ...“, gilt nicht. Hilft auch nicht. Hätte, hätte, hätte hilft nie. Viel besser klingt doch – auch wenn man pflegebedürftig ist: „Mir geht es rundherum gut! Ich fühle mich wohl, habe keine Sorgen. Denn ich habe beizeiten vorgesorgt.“ 

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