Artikelhinweis

Junge Menschen sehen Pflegebedürftigkeit als Problem der Anderen

Zum Artikel

 

---------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Am 1. Oktober 2016 beginnt unsere große Gewinnspielreihe. Mitmachen ist ganz einfach: Klicken Sie einfach unten stehenden Link "Gewinnspiel x" an, füllen Sie das Formular aus - und in weniger als 3 Minuten landen Sie in der Lostrommel. 

Gewinnspiel 1

Gewinnspiel 2

Gewinnspiel 3

 

 ---------------------------------------------------------------------------------------------------

Das Recht am eigenen Bild ist ein Grundrecht – auch wenn man pflegebedürftig ist! 

Seit einiger Zeit kursieren Videos im Internet, die Pflegesituationen zeigen, in denen niemand von uns – nicht Sie, nicht ich – gern der Öffentlichkeit vorgeführt würden. Offenbar sind die Urheber der Meinung, wenn es denn einer guten Sache diene – zum Beispiel dem Einsatz von Technik in Pflegesituationen – könne man darauf verzichten, die abgebildeten Personen zu fragen, ob sie denn auf ihr Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild verzichten möchten. Oder sollten die Verantwortlichen tatsächlich eine schriftliche Genehmigung zur, womöglich weltweiten Veröffentlichung z. B. via Youtube – eingeholt haben? 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Nicht so recht vorstellbar. Insbesondere Menschen mit Demenz, die man im Internet in einschlägigen Zusammenhängen „besichtigen“ kann, haben wohl kaum zustimmend ihre Unterschrift dazu gegeben, so hilflos gezeigt zu werden.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – in Artikel 1 (und nicht ohne Grund an 1. Stelle) garantiert das deutsche Grundgesetz die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Zu oft in der Geschichte und zu leicht in der alltäglichen Praxis insbesondere mit Menschen, die ganz oder teilweise von anderen abhängig sind, wie das bei Pflegebedürftigkeit der Fall ist, wird dieses Grundgesetz verletzt.  Meist noch nicht einmal absichtlich, sondern aus schierer Gedankenlosigkeit oder aus Mangel an Einfühlungsvermögen. Oder, und auch das kann sich als Video mit ein paar Klicks auf den Rechner holen, um ein bestimmtes Produkt zu vermarkten.

Hilflosigkeit von Abhängigen ist nichts für eine "Live-Show"

Es kann nicht angehen, dass Menschen, um zu demonstrieren, wie toll Technik X oder Y funktioniert, in ihrer kompletten Hilflosigkeit auch noch gefilmt und ins Internet gestellt werden: Schaut her, wie einfach jetzt alles mit Technik X oder Y alles geht! Solche Machenschaften sind menschenverachtend.

Die Debatte um das Für und Wider von Technologie zur Unterstützung pflegerischer Tätigkeiten ist damit überhaupt nicht aufgegriffen –  darum geht es gar nicht!  Es geht darum, dass ein Mensch, dort wo er am verletzbarsten ist, sich am wenigsten wehren und/oder nicht mehr selbst Entscheidungen treffen kann, dass dieser Menschen (der wir ja auch selbst sein könnten) sich darauf verlassen können muss, dass Andere Entscheidungen, die ihn betreffen, in seinem Sinne treffen. Und dass es nichts gibt, dem er untergeordnet wird: kein abstrakter Tagesablauf, keine Pflegeziel, keine Technik-(demonstration).

Damit wird deutlich: Artikel 1 des Grundgesetzes ist keine abstrakte Forderung, sondern spiegelt eine Grundhaltung von Pflegepersonal, Ärztinnen und Technik-Entwicklern, die jeden Tag und in jeder Stunde herzustellen ist. Zum Beispiel indem man das Funktionieren von Pflege-Technik nicht anhand von womöglich demenziell Erkrankten demonstriert. 

 

Ihre Stiftung PflegeZukunft gestalten

  • Ich bin Ehrenmitglied bei der Stiftung PflegeZukunft Gestalten weil ...


    Lars Ruppel,
    Poetry-Slammer und –Preisgewinner,
    Erfinder der „Weckworte-Workshops“ für Schüler

    …zuviel Zeit vergangen ist, ohne dass man sich um die Zeit Gedanken gemacht hat. Jetzt ist die Zeit, für die kommende Zeit, Zeit zu investieren. Zeit ist viel mehr als Geld. Zeit wird zum Problem, wenn man sich nicht zeitig darum kümmert.



  • Andreas Westerfellhaus,
    Präsident Deutscher Pflegerat e. V., Berlin; Geschäftsführer der ZAB – Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen GmbH, Gütersloh

    „... Pflegebedürftigkeit vor allem im Alter kein Randthema ist, das in Zukunft noch vom Gesundheitswesen allein zu bewältigen wäre.
    Es gehört in die Mitte der Gesellschaft! Kein Bereich ist davon ausgenommen, ...

    mehr

  • Prof. Dr. Alexander Kluge,
    Literarischer Autor, Filmemacher

    „... sie Mut macht, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Denn oft haben wir ja das Gefühl, die Zukunft sei Schicksal – unabwendbar. In Wirklichkeit kommt die Zukunft nicht auf uns zu – wir machen sie selbst. Jeden Tag, jede Stunde. In diesem winzig kleinen Spalt zwischen Vergangenheit und ...

    mehr

Werden Sie Ehrenmitglied ...

... und unterstützen Sie die Arbeit der Stiftung! Die Stiftung arbeitet professionsübergreifend und bringt Menschen aus Pflege, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft an einen Tisch. Denn nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden aus guten Ideen Lösungen für unsere Zukunft.