Müssen wir uns vor dem Gesundheitssystem schützen?

Das Ende des Lebens würdig und möglichst schmerzfrei zu gestalten – das ist Aufgabe unseres Gesundheitssystems. Aber gerade in der so verletzlichen letzten Lebensphase wird dieses Ziel oft in sein Gegenteil verkehrt. Da werden die Möglichkeiten der teuren Apparatemedizin bis zum Anschlag ausgereizt – ob das dem Patienten gut tut oder nur Leiden verlängert oder sogar verursacht wird: das scheint keine Rolle zu spielen. Bestimmte Ereignisse, ein Schlaganfall, ein Herz- und/oder Atemstillstand sind dann nur noch Auslöser für das In-Gang-setzen eines Automatismus, der mit dem Willen des Betroffenen, wie er in der Patientenverfügung niedergelegt ist, womöglich gar nichts mehr zu tun hat.

Leben um jeden Preis verlängern?

... fragt Matthias Thöns in seinem alarmierenden Buch „Patient ohne Verfügung. Das Geschäft mit dem Lebensende.“ Und er führt weiter aus, wie die wahren Bedürfnisse von Menschen am Ende ihres Lebens aus dem Blick geraten und Behandlungskriterien zunehmend unter dem Diktat des hohen Kosten- und Wirtschaftlichkeitsdrucks der Kliniken entschieden werden:

 „Übertherapie wird hierzulande honoriert und Leidensminderung bestraft – zumindest finanziell. Unser Gesundheitssystem ist krank.“

Viel wird von der Anspruchshaltung heutiger Patienten gesprochen – leider aber nur sehr wenig von einem Gesundheitssystem, in dem immer wieder die Apparatemedizin unter ökonomischen Gesichtspunkten und ohne klares Therapieziel zum Einsatz kommt – damit Kranke und Sterbende Geld bringen, aber nicht unbedingt, damit es ihnen besser geht. 

Ist nun der Autor Matthias Thöns ein notorischer Querulant? Keineswegs. Als niedergelassener Narkose- und Palliativarzt kann er nicht nur auf eine fast 20-jährige Erfahrung zurückblicken, er war auch Sachverständiger im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zur Sterbehilfe-Debatte. Das Begleitwort zu seinem verstörenden Buch hat Professor Dr. Karl Lauterbach, MdB, geschrieben.


 

---------------------------------------------------------------------------------------------------


Die Stiftung PflegeZukunft gestalten auf finanzen.de

Junge Menschen sehen Pflegebedürftigkeit als Problem der Anderen

Zum Artikel

 

---------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Seit dem 1. Oktober 2016 läuft unsere große Gewinnspielreihe. Mitmachen ist ganz einfach: Klicken Sie einfach unten stehenden Link "Gewinnspiel x" an, füllen Sie das Formular aus - und in weniger als 3 Minuten landen Sie in der Lostrommel. 

Gewinnspiel 1

Gewinnspiel 2

Gewinnspiel 3

Gewinnspiel 4

 

 ---------------------------------------------------------------------------------------------------

  • Ich bin Ehrenmitglied bei der Stiftung PflegeZukunft Gestalten weil ...


    Lars Ruppel,
    Poetry-Slammer und –Preisgewinner,
    Erfinder der „Weckworte-Workshops“ für Schüler

    …zuviel Zeit vergangen ist, ohne dass man sich um die Zeit Gedanken gemacht hat. Jetzt ist die Zeit, für die kommende Zeit, Zeit zu investieren. Zeit ist viel mehr als Geld. Zeit wird zum Problem, wenn man sich nicht zeitig darum kümmert.



  • Andreas Westerfellhaus,
    Präsident Deutscher Pflegerat e. V., Berlin; Geschäftsführer der ZAB – Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen GmbH, Gütersloh

    „... Pflegebedürftigkeit vor allem im Alter kein Randthema ist, das in Zukunft noch vom Gesundheitswesen allein zu bewältigen wäre.
    Es gehört in die Mitte der Gesellschaft! Kein Bereich ist davon ausgenommen, ...

    mehr

  • Prof. Dr. Alexander Kluge,
    Literarischer Autor, Filmemacher

    „... sie Mut macht, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Denn oft haben wir ja das Gefühl, die Zukunft sei Schicksal – unabwendbar. In Wirklichkeit kommt die Zukunft nicht auf uns zu – wir machen sie selbst. Jeden Tag, jede Stunde. In diesem winzig kleinen Spalt zwischen Vergangenheit und ...

    mehr

Werden Sie Ehrenmitglied ...

... und unterstützen Sie die Arbeit der Stiftung! Die Stiftung arbeitet professionsübergreifend und bringt Menschen aus Pflege, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft an einen Tisch. Denn nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden aus guten Ideen Lösungen für unsere Zukunft.